Ein Vorstellungsvideo mit dem Smartphone drehen: der Drehplan
Vom Stichwortzettel bis zum Vorschaubild: wie ein kleiner Betrieb an einem Nachmittag einen kurzen Film für sein Profil produziert.

Ein Film über den eigenen Betrieb klingt nach Agentur, Kamerateam und Budget. Für ein Firmenprofil ist das alles nicht nötig. Was Interessenten sehen wollen, ist ein Mensch, der in ruhigen Worten erklärt, was hier passiert, und ein paar Bilder davon, wie es vor Ort aussieht. Das gelingt mit einem Smartphone, einem freien Nachmittag und einem Plan.
Dieser Beitrag begleitet einen typischen Fall Schritt für Schritt: einen Fahrradladen mit Werkstatt, Inhaber und zwei Mitarbeitenden, der für sein Listavo-Profil eine Vorstellung von rund einer Minute drehen möchte. Die Abfolge passt genauso für eine Bäckerei, ein Studio oder eine Kanzlei.
Vor dem Dreh: eine Seite Papier
Schreiben Sie kein Drehbuch, schreiben Sie drei Stichpunkte. Sie beantworten die Fragen, die Kunden tatsächlich stellen:
- Wer steht hier vor Ihnen, und seit wann gibt es den Betrieb?
- Was bekommen Kunden bei Ihnen, und was ist Ihnen dabei wichtig?
- Wie läuft der erste Kontakt ab, etwa mit oder ohne Termin?
Für den Fahrradladen könnte das heißen: Inhaber und Team, Verkauf und Reparatur aller Marken, Werkstatttermine nach kurzer Absprache. Mehr braucht es nicht. Wer einen ganzen Text auswendig lernt oder vom Blatt liest, klingt steif. Wer frei über drei Punkte spricht, klingt wie im Kundengespräch.
Dazu kommt eine kurze Liste mit Zwischenbildern, die später zwischen die gesprochenen Sätze geschnitten werden: die Werkbank, ein Rad im Montageständer, die Tür von außen, eine Hand am Schaltwerk.
Am Drehort: Licht, Ton, Ruhe
Suchen Sie für die gesprochenen Teile einen Platz, an dem das Licht von vorn kommt. Ein Fenster hinter der Kamera ist ideal, ein Fenster hinter Ihnen macht Sie zur dunklen Silhouette. Schalten Sie Radio, Kompressor und Kaffeemaschine ab, und hängen Sie für die halbe Stunde ein Schild an die Tür.
Der Ton entscheidet mehr über die Wirkung als das Bild. Sprechen Sie aus einem halben bis einem Meter Entfernung, oder stecken Sie ein günstiges Ansteckmikrofon an das Smartphone. Machen Sie eine Probeaufnahme von zehn Sekunden und hören Sie sie mit Kopfhörern ab, bevor es richtig losgeht.
Das Smartphone gehört auf ein Stativ oder eine feste Unterlage, im Querformat, auf Augenhöhe. Schauen Sie ins Objektiv, nicht auf den Bildschirm.
Während des Drehs: lieber oft als lang
Nehmen Sie jeden Stichpunkt einzeln auf, nicht die ganze Minute am Stück. Versprecher sind dann kein Problem: Sie wiederholen nur den einen Satz. Drei oder vier Anläufe pro Punkt sind normal.
Für die Zwischenbilder gilt: jeweils fünf bis zehn Sekunden, ruhig gehalten, ohne Schwenk und ohne Zoom. Lieber zwei Schritte näher herangehen. Wenn Mitarbeitende oder Kunden im Bild sind, fragen Sie vorher und halten Sie die Zustimmung schriftlich fest.
«Sprechen Sie in die Kamera wie zu dem einen Kunden, der morgen zum ersten Mal hereinkommt.»

Am Schnittplatz: das Handy reicht
Die Bearbeitungsfunktionen eines aktuellen Smartphones genügen. Der Ablauf ist immer derselbe:
- Die besten Anläufe für jeden Stichpunkt auswählen und hintereinanderlegen.
- Anfang und Ende jedes Stücks knapp abschneiden, damit keine Pausen entstehen.
- Zwischenbilder dort einfügen, wo sie zum Gesagten passen; der Ton läuft darunter weiter.
- Einmal komplett ansehen, am besten mit jemandem, der den Betrieb nicht so gut kennt.
Verzichten Sie auf Effekte, Übergänge und Hintergrundmusik. Musik bringt nur Lizenzfragen mit sich, und sie überdeckt genau das, worum es geht: Ihre Stimme.
Nach dem Dreh: hochladen und einbinden
Das fertige Video stellen Sie bei YouTube oder Vimeo ein. Bei YouTube genügt die Einstellung 'Nicht gelistet', wenn der Clip nicht in der dortigen Suche erscheinen soll; einbetten lässt er sich trotzdem.
Im Listavo-Dashboard fügen Sie den Link anschließend im Bereich Videos ein. Die Plattform wird automatisch erkannt. Zwei Angaben sind optional, aber sinnvoll:
- Ein Titel, der sagt, was zu sehen ist, zum Beispiel 'Unser Laden und unsere Werkstatt in einer Minute'.
- Ein eigenes Vorschaubild. Ohne eigenes Bild zeigt das Profil das Standardbild der Plattform, und das ist oft ein zufälliger Moment mit halb geschlossenen Augen. Ein Standbild aus dem Video oder ein Foto aus dem Laden wirkt deutlich ruhiger.
Haben Sie mehrere Videos, bestimmt die Reihenfolge, welches zuerst erscheint. Die Vorstellung gehört nach oben.
Die Abnahme vor der Veröffentlichung
Spielen Sie das Video im öffentlichen Profil einmal auf dem Smartphone ab, mit und ohne Ton. Prüfen Sie, ob der erste Satz in den ersten Sekunden fällt, ob alles Gesagte noch stimmt und ob niemand im Bild ist, der nicht gefragt wurde.
Merken Sie sich außerdem, wann der Clip entstanden ist. Ändert sich das Team, der Laden oder das Angebot spürbar, drehen Sie neu. Mit dem Stichwortzettel vom ersten Mal ist das in einer Stunde erledigt.


