Azubis gewinnen: den Ausbildungsplatz im Firmenprofil ausschreiben

Schulabgänger und ihre Eltern schauen sich Betriebe genau an. Wie eine Ausbildungsstelle im Profil Schritt für Schritt entsteht.

listavo.de Redaktion4 Min. Lesezeit
Junge Frau im Blaumann schaut in einer Kfz-Werkstatt gemeinsam mit einem Meister unter eine angehobene Motorhaube

Wer einen Ausbildungsplatz zu vergeben hat, spricht eine besondere Zielgruppe an. Die Bewerberinnen und Bewerber sind meist zwischen fünfzehn und zwanzig Jahre alt, haben noch nie eine Bewerbung geschrieben und entscheiden selten allein. Eltern, Lehrkräfte und ältere Geschwister lesen mit. Gleichzeitig suchen Jugendliche ihren Ausbildungsbetrieb häufig in der Nähe von Wohnort oder Schule, weil der Weg dorthin ohne eigenes Auto machbar sein muss.

Das Firmenprofil auf Listavo eignet sich deshalb gut, um einen Ausbildungsplatz sichtbar zu machen. Wer den Betrieb aufruft, sieht neben der Anzeige auch Fotos, Team und Bewertungen, also genau die Dinge, mit denen sich Familien ein Bild machen. Dieser Beitrag zeigt am Beispiel einer kleinen Kfz-Werkstatt, wie die Anzeige im Bereich Stellenanzeigen Schritt für Schritt entsteht.

Schritt 1: Den Ausbildungsberuf korrekt benennen

Der Titel der Anzeige ist das, was zuerst gelesen wird. Verwenden Sie die offizielle Berufsbezeichnung, denn genau diese kennen Jugendliche aus der Berufsberatung und von Schulpraktika. Für unsere Werkstatt heißt das: 'Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker (m/w/d)' statt 'Nachwuchs für unser Werkstatt-Team'. Ein kurzer Zusatz zum Schwerpunkt ist erlaubt, etwa 'Schwerpunkt Pkw-Technik'.

Als Beschäftigungsart wählen Sie im Dashboard 'Ausbildung'. Bieten Sie zusätzlich Schnupper- oder Schulpraktika an, legen Sie dafür eine eigene Anzeige mit der Art 'Praktikum' an. Viele Jugendliche trauen sich eher an ein zweiwöchiges Praktikum als direkt an eine Bewerbung, und aus einem guten Praktikum wird oft ein Ausbildungsvertrag.

Schritt 2: Den ersten Arbeitstag beschreiben

Jugendliche wissen meist wenig darüber, wie ein Tag im Betrieb wirklich aussieht. Genau das sollte die Beschreibung erklären, in einfachen Worten und ohne Abkürzungen. Die Werkstatt könnte etwa schreiben: Morgens um halb acht geht es los, zuerst mit einem erfahrenen Gesellen an die Inspektionen. Im ersten Jahr lernst du Reifenwechsel, Ölservice und Bremsen, später kommen Fehlerdiagnose und Elektrik dazu. Berufsschule ist zweimal pro Woche.

Ob Sie in der Anzeige duzen oder siezen, entscheiden Sie selbst. Viele Betriebe sprechen Azubis direkt mit Du an, weil es im Alltag ohnehin so üblich ist. Wichtig ist nur, dass der Ton zum Betrieb passt und durchgehalten wird.

Schritt 3: Vergütung und Rahmen offenlegen

Für Ausbildungsplätze ist die Frage nach dem Geld besonders schnell geklärt, denn es gibt Tarif- oder Mindestvergütungen. Nennen Sie die Vergütung im ersten Ausbildungsjahr, gern auch die Steigerung in den folgenden Jahren. Im Dashboard tragen Sie dafür eine Spanne ein und wählen als Zeitraum den Monat. Eltern schätzen diese Klarheit, und der Betrieb wirkt dadurch fair.

Ergänzen Sie in der Beschreibung, was über die Vergütung hinaus dazugehört: Arbeitskleidung, Fahrtkostenzuschuss, Unterstützung bei der Prüfungsvorbereitung, die Chance auf Übernahme. Versprechen Sie nur, was Sie tatsächlich halten.

«Schreiben Sie die Ausbildungsanzeige so, dass auch die Eltern nach dem Lesen wissen, worauf sich ihr Kind einlässt.»
— Faustregel der Redaktion
Mutter und Sohn sitzen am Küchentisch und lesen auf einem Tablet eine Ausbildungsanzeige, daneben ein Schulranzen
Eine Ausbildungsanzeige wird oft am Küchentisch gelesen, und die Eltern lesen mit.

Schritt 4: Die Hürde für die Bewerbung senken

Viele Schülerinnen und Schüler haben noch kein Anschreiben verfasst und schieben es deshalb vor sich her. Machen Sie den ersten Schritt so leicht wie möglich. Im Bereich Stellenanzeigen hinterlegen Sie eine E-Mail-Adresse oder einen Link zur Bewerbung, mindestens eins von beiden. Schreiben Sie in die Beschreibung, was wirklich nötig ist: 'Ein kurzer Lebenslauf und das letzte Zeugnis reichen. Gern kannst du auch einfach anrufen und einen Termin für einen Probetag ausmachen.'

Nennen Sie außerdem eine Ansprechperson mit Namen. Für einen Sechzehnjährigen ist es ein großer Unterschied, ob er an eine allgemeine Adresse schreibt oder an den Werkstattmeister, dessen Foto er im Team-Bereich gesehen hat.

Schritt 5: Laufzeit passend zum Ausbildungsjahr wählen

Ausbildungen beginnen meist im August oder September, Bewerbungen laufen aber schon im Herbst und Winter davor. Setzen Sie das Ablaufdatum deshalb nicht zu knapp. Eine Anzeige, die im Oktober online geht, darf bis ins Frühjahr laufen. Ist der Platz vergeben, nehmen Sie die Anzeige sofort aus dem Profil, damit keine Bewerbungen mehr für eine besetzte Stelle eingehen. Für das nächste Jahr legen Sie sie neu an und prüfen dabei Vergütung und Text.

Wenn der Ausbildungsort nicht die Betriebsadresse ist, etwa bei einer zweiten Werkstatt im Nachbarort, tragen Sie ihn im Feld für den Arbeitsort ein. Für Jugendliche ohne Führerschein entscheidet genau das über die Bewerbung.

Das Profil rund um die Anzeige

Die beste Ausbildungsanzeige wirkt nur halb, wenn der Rest des Profils leer ist. Drei Bereiche lohnen besonders:

  • Team: Ein Foto der aktuellen Azubis mit Ausbildungsjahr zeigt, dass Nachwuchs im Betrieb willkommen ist.
  • Fotos: Bilder aus der Werkstatt, vom Pausenraum und von der Arbeit am Fahrzeug machen den Arbeitsplatz greifbar.
  • Über uns: Ein Absatz dazu, wie viele Azubis der Betrieb bisher ausgebildet und übernommen hat, schafft Vertrauen.

Kurz-Check vor dem Veröffentlichen

  • Offizielle Berufsbezeichnung im Titel, Beschäftigungsart 'Ausbildung' gewählt.
  • Arbeitsalltag in einfachen Worten beschrieben, Ton durchgehalten.
  • Vergütung pro Monat eingetragen, Zusatzleistungen ehrlich genannt.
  • Bewerbungsweg mit E-Mail oder Link, Ansprechperson mit Namen.
  • Ablaufdatum passend zum Ausbildungsbeginn, Arbeitsort geprüft.

So wird aus einer kurzen Notiz im Profil eine Einladung, die Jugendliche und ihre Familien ernst nehmen können.